RISIKOANALYSE

Mietausfallrisiko-Rechner für Immobilien: So kalkulierst du realistisch statt schöngerechnet

Leerstand, Zahlungsausfall, Mieterwechsel – wer sein Mietausfallrisiko nicht einpreist, rechnet sich die eigene Immobilie schön. Hier siehst du, wie du es sauber berechnest und in deine Cashflow-Planung einbaust.

22. Oktober 2026·2 Min. Lesezeit
etw-analyzer.propora.de
Mietausfallquote (Praxisbeispiel)
3,0 %
Rechnerischer Ausfall/Jahr
1.296 €
Effektive Jahresmiete
41.904 €
Üblicher Kalkulationsansatz – keine Garantie für dein konkretes Objekt

Mietausfallrisiko bei Immobilien: Was hinter der Kennzahl steckt

Das Mietausfallrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass du als Vermieter:in nicht die volle, eigentlich vereinbarte Kaltmiete kassierst – sei es durch Leerstand zwischen zwei Mietern, durch zahlungsunfähige Mieter oder schlicht, weil jemand auszieht und die neue Miete erst Monate später fließt. Klingt erstmal nach Kleinkram, ist aber eine der Stellschrauben, die über eine solide oder wacklige Renditerechnung entscheiden. Wer das Risiko ignoriert, rechnet sich seine Immobilie schön – und wundert sich dann, warum der Cashflow im echten Leben knapper ausfällt als in der Excel-Tabelle.

Warum ein Mietausfallrisiko-Rechner für Investoren mehr als nette Spielerei ist

Ein Taschenrechner reicht hier nicht, weil das Mietausfallrisiko nicht isoliert dasteht – es wirkt direkt auf Rendite, Tilgungsfähigkeit und Liquiditätspuffer. Ein digitaler Rechner, wie ihn der ETW-Analyzer, der MFH-Analyzer oder der EFH-Analyzer mitbringen, zeigt dir per Regler sofort, wie sich eine höhere oder niedrigere Ausfallquote auf Cashflow und Rendite auswirkt – live, ohne dass du jede Formel neu eintippen musst. Das macht aus einer abstrakten Prozentzahl ein greifbares Gefühl dafür, wie robust dein Investment wirklich ist.

Diese Faktoren schrauben am Mietausfallrisiko deiner Immobilie

Lage & Nachfrage

In gefragten Lagen findet sich schneller ein neuer Mieter – der Leerstand fällt kürzer aus.

Mieterbonität

Eine saubere Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluss senkt das Ausfallrisiko messbar.

Mietniveau im Marktvergleich

Zu hohe Mieten treiben Fluktuation und Zahlungsschwierigkeiten.

Zustand der Immobilie

Sanierungsstau kostet nicht nur Geld, sondern auch Mieterakzeptanz.

Anzahl der Einheiten

Mehrere Wohnungen gleichen einzelne Ausfälle statistisch besser aus.

Regionale Wirtschaftslage

Wegzug großer Arbeitgeber trifft die lokale Vermietbarkeit direkt.

Mietausfallrisiko berechnen: Die Formel in drei Schritten

Mietausfallquote
Rechnerischer Mietausfall in Euro (Leerstand, Zahlungsausfälle)
Potenzielle Jahres-Kaltmiete bei Vollvermietung
= Mietausfallquote in %

Die Quote setzt den erwarteten Ausfall ins Verhältnis zur maximal möglichen Jahresmiete. Für die erste Kalkulation reicht ein pauschaler Erfahrungswert, für bestehende Objekte lohnt sich der Blick auf die tatsächliche Leerstandshistorie.

Mietausfallrisiko und Cashflow: Wie eng beides zusammenhängt

Jeder Prozentpunkt Ausfall reduziert nicht nur den Gewinn, sondern die tatsächlich verfügbare Liquidität – also das Geld, mit dem du Zins, Tilgung, Instandhaltung und Verwaltung bezahlst. Bleibt die Miete drei Monate aus, ist das kein Buchhaltungsdetail, sondern eine echte Finanzierungslücke, die irgendwo herkommen muss. Deshalb gehört die Mietausfallquote in jede seriöse Cashflow-Planung – nicht als Fußnote, sondern als feste Kalkulationsgröße, die das animierte 10-Jahres-Cashflow-Diagramm im Analyzer direkt sichtbar macht.

Anne
Anne erklärt
Auffällig ist: Viele frei verfügbare Renditerechner kalkulieren mit einer Mietausfallquote von null Prozent – theoretisch sauber, praktisch aber ziemlich blauäugig. Selbst top vermietete Objekte in gefragten Lagen erleben früher oder später einen Mieterwechsel mit ein paar Wochen Leerstand dazwischen.

Mietausfallrisiko nach Immobilientyp: ETW, MFH und EFH im Vergleich

ETW (Eigentumswohnung)
2 – 4 %
Nur ein Mieter, dafür in guten Lagen oft überschaubare Fluktuation
MFH (Mehrfamilienhaus)
3 – 6 %
Mehrere Einheiten gleichen Einzelausfälle statistisch besser aus
EFH (vermietet)
4 – 8 %
Ein Totalausfall trifft sofort 100 % der Mieteinnahmen

Liquiditätsreserve: Wie viel Puffer gegen Mietausfall wirklich sinnvoll ist

ETW
2 – 3
Monatsmieten
Reicht meist bis zum nächsten Mieterwechsel
MFH (gesamt)
3 – 4
Monatsmieten
Puffert auch mehrere gleichzeitige Ausfälle ab
Fremdfinanzierungsintensive Objekte
bis zu 6
Monatsraten
Deckt Zins und Tilgung auch ohne Mieteinnahmen

Finanzierung und Mietausfallrisiko: Wenn die Tilgung ins Wanken gerät

Wer seine Immobilie überwiegend fremdfinanziert, spürt ein hohes Mietausfallrisiko besonders schnell: Zins und Tilgung laufen unabhängig davon weiter, ob die Miete fließt oder nicht. Bricht die Einnahme weg, musst du die Rate aus eigener Tasche oder aus der Reserve stemmen – sonst gerät die Finanzierung ins Stocken. Deshalb lohnt sich der Blick auf Flexibilität bei Sondertilgung oder Ratenpause, nicht nur auf den Zinssatz. Der Finanzierungsvergleich stellt bis zu fünf Bankangebote nebeneinander – inklusive PDF-Import direkt aus dem Exposé.

Praxisbeispiel: Mietausfallrisiko in der Investitionsrechnung durchgespielt

Potenzielle Jahres-Kaltmiete (MFH, 6 Einheiten)
43.200 €
Angesetzte Mietausfallquote
3,0 %
Rechnerischer Mietausfall pro Jahr
1.296 €
Effektive Jahresmiete nach Mietausfallrisiko
41.904 €

Strategien, mit denen du dein Mietausfallrisiko spürbar senkst

Sorgfältige Mieterauswahl

Bonitätsprüfung und Gehaltsnachweise sparen später viel Ärger.

Mietausfallversicherung

Federt Zahlungsausfälle und Rechtsstreitigkeiten finanziell ab.

Diversifikation

Mehrere Einheiten oder Objekte verteilen das Risiko breiter.

Liquiditätsreserve aufbauen

Ein realistischer Puffer verhindert, dass ein Ausfall zur Krise wird.

Marktgerechte Miete

Wer nicht überzieht, findet schneller neue Mieter.

Wo der Mietausfallrisiko-Rechner an seine Grenzen stößt

Grenzen der Kalkulation
  • Ein Rechner arbeitet mit Erfahrungswerten – die individuelle Bonität deines aktuellen Mieters bildet er nicht ab.
  • Regionale Sondereffekte, etwa ein plötzlicher Arbeitgeber-Wegzug, lassen sich kaum pauschal einpreisen.
  • Die Mietausfallquote ersetzt keine echte Mieterauswahl oder Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluss.

Fazit: Das Mietausfallrisiko gehört fest in jede Immobilienanalyse

Das Mietausfallrisiko ist keine Randnotiz, sondern eine Kennzahl, die über die reale Belastbarkeit deiner Immobilieninvestition entscheidet. Wer sie von Anfang an einrechnet – realistisch statt schöngerechnet – verschafft sich einen ehrlicheren Blick auf Rendite und Liquidität. Mit dem passenden Analyzer aus dem PROPORA-Werkzeugkasten lässt sich das in wenigen Minuten durchspielen, inklusive Cashflow-Diagramm und eingebautem ETF-Vergleich als Realitäts-Check.

Teste dein Mietausfallrisiko direkt am Objekt
Potenzielle Jahres-Kaltmiete
43.200 €
Angenommene Mietausfallquote
3,0 %
Effektive Jahresmiete
41.904 €
Jetzt eigene Immobilie analysieren →
Kostenlos · Ergebnis in wenigen Minuten
Anne
Anne

Anne schreibt bei PROPORA über die ehrlichen Seiten des Immobilien-Investments — locker, direkt, mit einem Augenzwinkern.

Über PROPORA

PROPORA hilft dir, Immobilien-Investments objektiv zu bewerten — mit Rechnern für Rendite, Cashflow und Finanzierung, die in Echtzeit reagieren. Keine Bauchentscheidung, sondern eine Zahl, der du vertrauen kannst.

Jetzt kostenlos testen
Kostenlos analysieren